19 Juli 2015

Ein kleiner Tomatenratgeber

Tomaten schmecken lecker und sind gesund. Das weiß jeder Hobbygärtner. Leider ist der Anbau nicht so ganz einfach.
Am Anfang wachsen die Tomatenpflanzen meistens unproblematisch. Ca. 3 Monate nach der Aussaat bilden sie bereits die ersten Blüten. Da freut sich der Gärtner!
Aber ab dann können die ersten Probleme auftreten. So ist mir mal ergangen, dass die Blüten, eine nach der anderen, direkt über der Knospe abgeknickt und abgefallen sind. Traurig, denn keine Blüte heißt keine Tomate.
Dafür gibt es mehrere Ursachen. Tomaten befruchten sich selbst, dazu brauchen sie etwas Wind, damit  der Pollen die Blüte befruchten kann. Die häufigste Ursache für abfallende Blüten ist, wenn die Tomaten in einem geschlossenen Gewächshaus, oder auf einem windgeschützten Balkon, stehen.
Für Abhilfe reicht es, die Pflanzen, so um Mittag, mehrmals zu schütten. Es funktioniert, und ist viel einfacher als künstliche Befruchtung z.B. mit einem Pinsel.
Es gibt aber auch andere Ursachen für nicht bestäubte Blüten bei Tomaten. Ich habe mal gelesen, dass bei Temperaturen unter 13 Grad und über 30 Grad die Tomatenblüten nicht befruchtet werden. Das habe ich auch selbst beobachten können. Im ersten Jahr nachdem ich mein Gewächshaus gebaut habe, hatte ich dort Tomaten gepflanzt. Sie sind riesengroß gewesen, haben aber ganz schlecht getragen. Dazu wurden die Pflanzen alle von der Tomatenfäule befallen. Zum Saisonende habe ich nur teils vergammelte, teils vertrocknete Pflanzenreste rausgeholt. Es gab mehrere Ursachen für meinen Misserfolg: Erstens war es dort viel zu heiß: an sonnigen Tagen bis 40 Grad. Dann war es auch sehr feucht, und es gab dort kaum eine Luftbewegung. Das sind die drei Elemente, die man braucht um seine Tomaten zu killen.
Jetzt bin ich eine glückliche Besitzerin von einem 7 qm. großem Balkon. Dort stehen meine Tomaten, geschützt vom Regen in warmen, aber nie zu heißen Lage. In diesem Jahr hoffe ich auf ein großen Erfolg!
Im Vorjahr habe ich einen anderen Fehler gemacht. Ich hatte drei verschiedene Sorten von Tomaten. Sie alle standen ziemlich dicht zusammen. Im Endeffekt, hatte ich nur ganz wenige Tomaten, einer Sorte die es gar  nicht gibt ;-) . Dadurch, dass sie dicht beieinander gestanden haben, habe sie sich gegenseitig befruchtet. So habe ich, ganz ungewollt, Kreuzungen erschaffen, die ich gar nicht wollte.
Es gab nur wenige Früchte, und besonders lecker waren sie auch nicht.

Jetzt sind meine Pflanzen soweit, dass sich die ersten kleinen Tomaten zeigen, noch klein, aber es besteht die Chance dass sie großer werden :-)
Damit es auch passiert, kann man den Pflanzen etwas helfen. Es wird überflüssiges Blattwerk von der Pflanze entfernt. Viele kennen das Ausgeizen. Ausgeizen bedeutet, dass man die aus den Blattachseln wachsende junge Seitentriebe rausbricht. Ratsam ist es auch, die untersten Blätter zu entfernen. Sie würden frühzeitig sowieso gelb werden und von alleine Abfallen.

Dann gibt es noch Krankheiten, die unsere Tomaten befallen können. Die häufigste ist die Kraut- und Braunfäule, auch Tomatenfäule genannt. Erst werden die Blätter braun, später auch die Tomaten selbst. Es ist eine Pilzkrankheit. Eine befallene Pflanze kann man nicht retten. Es ist aber möglich der Krankheit vorzubeugen. Die Tomaten mögen es unten nass, oben trocken. Es heißt, kein Wasser auf die Blätter. Ein überdachtes, seitlich offenes Tomatenhaus wäre ideal.

Es gibt noch einen Aspekt, der uns immer noch ein Strich durch die Rechnung machen kann: das Wetter. Damit die Tomaten groß und Süß werden, brauchen sie die Sonne. Darauf haben wir leider kein Einfluss, es bleibt zu hoffen, das der Sommer lang und sonnig wird. So wäre es möglich die Tomaten bis in den Herbst zu ernten.

Und noch was, habt ihr gewusst dass es auch mehrjährige Tomatensorten gibt?