20 August 2015

Kleingärtner brauchen auch Urlaub!

Ja, das habe ich auch gedacht und bin in Urlaub gefahren. :-)
Alles war aufgeräumt, was zum Ernten war wurde abgeerntet. Nicht, dass ich so spontan war, gebucht habe ich bereits im April. Ich dachte halt, August wäre eine gute Zeit. ;-)
Der Urlaub war super, dafür hat mein Garten danach ausgesehen, als wäre ich mehrere Wochen unterwegs. Und dabei war ich gerade 10 Tage nicht da. Schönes Wetter,  alle paar Tage etwas Regen, alles hat sich prächtig weiterentwickelt. Als ich zurück war, hatte ich gleichzeitig 3 Riesenzucchini, stark übergewichtige Einlegegurken, eine erste rote Tomate, die so überreif war, dass sie alleine durch das pflücken geplatzt ist und in jeder Ecke Unkraut. Hilfe!!! Bin schon seit drei Tagen dabei etwas Ordnung reinzubringen.
Die Nacktschnecken haben auch Urlaub gehabt, ich war nicht da, sie könnten sich also frei bewegen, was sie offensichtlich auch schamlos ausgenutzt haben. Sie haben meine schöne weiße Dahlie komplett (!) abgefressen. An den Rittersporn im Gewächshaus haben sie sich auch rangemacht. Sie waren sogar an den Bohnen dran. Das hat mir nicht wirklich gefallen. Merkwürdigerweise haben sie aber die Tagetes gar nicht abgefressen. Wahrscheinlich hat der Salat und Chinakohl besser geschmeckt.
Und was lernen wir daraus, nie wieder Urlaub im August! Im Juli wäre aber auch nicht so günstig. Ich war mal im Juli paar Tage weg, kurz vor der Kirschernte. Nach fünf Tagen waren die Kirschen nicht mehr da. Der April ist auch keine gute Alternative, zu der Zeit gibt es ganz viel zu tun im Garten, dafür ist der Mai schon etwas besser. Vorausgesetzt man hat im April alles gemacht und einen guten Nachbar hat, der das Gewächshaus beaufsichtigt (habe ich!). Aber der Urlaub darf nicht länger als zwei Wochen sein oder sollte in die Wintermonate verlegt werden.

Insel Pico

Wie schon bemerkt, der Urlaub war super! Ich war auf den Azoren, mitten auf dem Atlantik. Ich war im Vorjahr schon mal dort, aber auf einer anderen Insel. Diesmal waren es Pico und Fajal. Es sind zwei Inseln vulkanischen Ursprung, die sich in einer Entfernung von ca. 3 Kilometern befinden.
Aus Sicht eines Hobbygärtners sind die Inseln sehr interessant, den die Gärten dort sind komplett anders als bei uns. Im Vorgarten sieht man Kakteen oder Palmen und nur selten Rasen und Blumen, so was wie Gemüsegärten hinterm Haus, gibt es gar nicht. Auf den Feldern wird sehr viel Mais angebaut und ein Gemüse, dessen Knolle wie Süßkartoffeln aussieht, heißt Taro, auch unter dem Namen Wasserbrotwurzel bekannt. Die Straßen sind auch ganz anders als unsere. Sie sind schmal, kurvig, und es gibt auf den beiden Inseln keine Autobahn. Dafür sind sie sehr blumig! Links und Rechts des Weges wachsen riesengroße Hortensien. Manchmal auch andere Sträucher. Das idyllische Bild ergänzen glückliche und zufriedene Kühe, die das ganze Jahr draußen bleiben und saftiges Grass fressen. Diese Zufriedenheit schmeckt man aus dem Käse heraus, der dort produziert wird. Die Landschaft und der Käse sind eine Reise wert!

Azorianische Kuh

Hortensien