17 April 2017

Insektenfreundlich

Ich liebe es Schmetterlinge durch den Garten flattern zu sehen. Ich denke, jeder Hobbygärtner und Naturliebhaber möchte sie in seinem Garten sehen, denn sie machen uns gute Laune. Ausgenommen der Kohlweißling. Den möchte ich nicht in meinem Garten haben. Obwohl er selbst ganz unschuldig ist, aber seine Raupen, die sind leider sehr gefräßig.
Die Klimaveränderung wirkt sich nachteilig auf die Schmetterlinge aus . Der Mensch macht es auch nicht leichter. In einem „modernen“ Garten, voll von Neophyten, die vielleicht sehr schön sind, finden die Schmetterlinge und seine Raupen keine Nahrung.
Meinen Garten versuche ich möglichst Schmetterlings- und Insektenfreundlich zu gestalten. Für Schmetterlinge braucht man in der ersten Linie die Futterpflanzen für die Raupen, denn ohne Raupe kein Schmetterling. Eine der beliebtesten Pflanzen ist die Brennnessel. Es sind u. a. der Admiral, der Distelfalter, der Kleine Fuchs und das Landkärtchen die darauf die Eier legen. Auch die Distel ist sehr beliebt, sowie Gräser und Kreuzblütler. In meinem Garten lasse ich ein paar Radieschen bis zur Blüte als Ablenkung vom Kohl stehen.
Irgendwann hat sich die Raupe vollgefressen und dann wird sie zur Puppe, die gar nichts zum Essen braucht. Nach einiger Zeit wird daraus ein Schmetterling. Und der hat schon ganz andere Vorlieben, wenn es um Fressen geht. Die mögen Blütennektar.

Der Sommerflieder ist für Schmetterlinge und andere Insekten eine gute Nahrungsquelle. Der Schneefelberich ist auch sehr beliebt, und auch der Löwenzahn, von den Gärtnern nicht gerne gesehen, aber Insekten aller Art lieben ihn.
Im Frühling werden Krokusse, Primeln, Hyazinthen, Schnittlauchblüten und Blaukissen sehr gerne angeflogen. Im Sommer die Stockrosen und einjährige Sommerblumen wie Ringelblume, Kapuzinerkresse, Tagetes und Zinnien. Auch Kräuter-Pflanzen wie Borretsch, Phazelie und Klee im Rasen (auch nicht sehr beliebt bei Menschen). Im Herbst ist die Fetthenne der Liebling vieler Insektenarten und auch die vielen Astern. Dann kommen Sonnenblumen, Sonnenhut und alles was mit "Sonne" anfängt.
Wer hätte gedacht, dass auch Buchsbaumblüten und Efeublüten als Futter dienen können?


Winterling

Sommerflieder

Alant











04 April 2017

Laubenpieper: Wo das wahre Leben tobt



Ich habe vor kurzem ein Buch über Schrebergärtner in die Hand genommen. Gerade so perfekt für eine kleine Pause im Garten. Die Liege für die Pausen habe ich bereits geputzt, nur die Zeit für die Pausen fehlte bislang. Es muss umgegraben, gesät, gepflanzt werden. Und da wir einen sehr schönen März hatten, habe ich bisher sehr viel erledigt, so ab Mitte April, steigen die Chancen auf ruhige Minuten im Garten. Mit dem Lesen habe ich trotzdem schon angefangen.


In dem Buch gibt es die Sabine, die gerne mehr Zeit in der Natur verbringen würde und von einem Gartenteich mit Goldfischen träumt. Und dann ist da Robert, der nicht so unbedingt der geborene Gärtner ist. Auf der Suche nach einem grünen Flecken finden sie einen Garten, mitten in einer Kleingartenkolonie in Berlin. Der Garten, bestückt mit ein paar Sträuchern und einem alten Apfelbaum, ist verwildert und zugewuchert. Mit dabei, eine sehr heruntergekommene Laube. In den Garten verliebt sich Sabine sofort.
Es dauert aber nicht lange bis Sabine und Robert feststellen müssen, dass die erhoffte Gartenidylle gar keine ist. Nicht mal der Garten darf so gestaltet werden, wie man es gerne möchte. Die Hecke darf eine vorgeschriebene Höhe nicht übersteigern, in jedem Garten müssen mindestens 30% der Fläche als Gemüseanbaufläche genutzt werden und Gemeinschaftsarbeit wird zur Pflicht. An so etwas haben die beiden gar nicht gedacht! (Kommt das einem hier schon bekannt vor?)
Naja, das Leben ist kein Ponyhof. Hauptsache der eigene Garten ist gepachtet und man kann loslegen. Die ersten Pflanzen, Lavendel, Wilder Wein und Clematis, wurden gekauft. Der Wein und Clematis sollen an der Laube klettern, die Lavendel kommt ins Blumenbeet. Dummerweise wurde die Laube auf einem Betonsockel gebaut, und das Blumenbeet besteht auch hauptsächlich aus Beton. Umgraben nicht möglich! Also wohin mit den Pflanzen? Und das ist erst der Anfang der Probleme. Was später kommt werde ich hier nicht verraten, denn wer will schon wissen was am Ende kommt? Es wird auf jeden Fall lustig und sehr lebensnah.


Ich bin gerade bei der Hälfte, und mit jeder weiteren Seite finde ich immer mehr Gemeinsamkeiten mit meinem Schrebergärtner-Leben ;-) Öfter mal muss ich beim Lesen innehalten und darüber nachdenken, wie es bei mir in der Anfangszeit war. Ich habe auch nicht gewusst, dass es überhaupt Nacktschnecken gibt! Glücklicherweise wird bei uns eine nicht geschnittene Hecke toleriert, wir haben hier wildlebende Rehe. Eine hohe Hecke ist dabei sehr hilfreich. Die Vorschrift über 30% Gemüseanbau haben wir hier auch nicht, dabei ist das doch das Beste was man tun kann.  






Laubenpieper: Wo das wahre Leben tobt
Autor: Martin Demmler
250 Seiten, TB.
Pro-Talk
Euro 11,90 (D)
ISBN 978-3-939990-36-9